Christopher im Interview

Christopher im Interview

 

Hast du Angst vor den Fragen?
Moin erstmal. Vor den Fragen habe ich keine Angst. Ich habe sie aber auch noch nicht alle gelesen.


Welche Frage wäre dir im Zusammenhang mit diesem Q&A am unangenehmsten und warum?
 
Grundsätzlich kann ich mir eine wirklich unangenehme Frage eigentlich kaum vorstellen. Vielleicht wenn es eine sehr persönliche oder philosophische Frage wäre, weil ich dann Angst davor hätte, in so einem kurzen Q&A nicht in dem Maße antworten zu können, dass man ordentlich versteht, was ich meine.


Spaß beiseite, wie kam es dazu, dass du im Jibe Wear Team gelandet bist?

Im Sommer 2018 bekam ich eine Sprachnachricht von Mario, ob ich nicht Bock hätte, für ein Wochenende an die Ostsee zu fahren zum Surfen. Er habe eine Idee und braucht meine Meinung dazu.
48h, min. 5000 Kalorien in Form übertriebenster Pasta-Kreationen, langen ausführlichen Gesprächen und vielem Nachdenken später, hatten wir beide das Gefühl etwas richtig Gutes entdeckt zu haben. Wir wussten damals noch nicht, wie es heißt, wie alles mal aussehen wird usw., aber an diesem Wochenende wurde die Idee gefestigt, aus der heute Jibe Wear entstanden ist.


Wenn du wirklich ehrlich bist, was motiviert dich, deine Zeit und Kreativität in dieses Unternehmen zu stecken?

Mich motiviert es generell neue, unbekannte Projekte auszuprobieren, in denen ich Dinge lernen muss, um weiterzukommen. Besonders motiviert es mich zu sehen, wie aus scheinbar kleinen Handlungen und Ideenblitzen bei uns so coole Ideen entstehen, die einfach das potential haben, unfassbar groß und bedeutend zu werden. Ich war schon immer ein Mensch der Zahlen und habe in Jibe Wear vom Beginn an die Möglichkeit gesehen, die interessanten Aspekte meines Studiums Wirtschaftsrecht & Buchhaltung (ja, wirklich Buchhaltung) in der Praxis zu erleben. Neben all diesen Dingen macht es mir enorm viel Spaß, eigene Strukturen und Systeme zu entwickeln, was perfekt zu meinen Aufgaben bei uns passt.


Welchen Stellenwert hat Windsurfen in deinem Leben?
Windsurfen ist für mich die Möglichkeit einfach völlig aus jeder Situation gerissen zu werden und gezwungen zu sein, im Hier und Jetzt zu leben. Für mich ist dieses Gefühl des Kampfes gegen die Natur ein ganz wertvoller Ausgleich zu allem, was neben Windsurfen passiert. Man fühlt sich einfach jedes Mal inspiriert und beflügelt auf dem Wasser.
Windsurfen ist, neben Spaß, coolen Roadtrips und dem Adrenalinkick, ein wertvoller Teil meines Lebens, der viel bewegt, bewirkt und mich persönlich wachsen lässt.


Was sind die schlechtesten Eigenschaften von Anton & Mario?
Die schlechteste Eigenschaft, die wir drei gemeinsam teilen, ist, dass wir von Motivationswelle zu Motivationswelle reiten und uns zwischendurch sehr stark am Nichtstun befinden. Die schlechteste Eigenschaft von Mario: -Er ist manchmal etwas impulsiv bzw. möchte in bestimmten Momenten zu viel auf einmal in zu kurzer Zeit gleichzeitig erreichen. Die schlechteste Eigenschaft von Anton: -Anton befindet sich manchmal in einer Art Tunnel, der bewirkt, dass viele eigene Ideen auf einmal in Designs oder Projekten schon perfekt vorbereitet und teilweise zu Perfektion umgesetzt sind, bevor Mario und ich sie überhaupt gesehen haben.


Und mit welchen Qualitäten bringen sie einen Mehrwert für das Unternehmen?
Alle oben aufgezählten Dinge können gleichzeitig auch jeweilige Stärken sein.
Mario ist manchmal einfach ein absolut durchgeknallter Typ (positiv) und bringt so viel Motivation und Energie mit, dass wir zu dritt enorm viel in kürzester Zeit schaffen, weil er uns so stark pusht. Anton ist der, der neben seinen übermenschlichen Designkünsten in Photoshop usw., der für Klarheit sorgt, in dem er mit einem: „So, was ist jetzt?“, „Wie genau sieht das jetzt aus?“ oder einfach einem klaren „NEIN.“ Struktur in das Unternehmen bringt, die sich bei Kreativen aufgaben manchmal etwas verliert.


Gibt es eine klare Grenze zwischen Freundschaft, Leidenschaft und Arbeit und wenn ja, wo beginnt diese?

Für mich gibt es eigentlich nur eine klare Abgrenzung zwischen Freundschaft und Arbeit. Diese Abgrenzung ist, dass man sich bei der Arbeit vertraglich aneinanderbindet und gemeinsam eine große Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen trägt. Abgesehen von diesem vertraglichen Aspekt, den eine Unternehmung einfach mit sich bringt, unterscheide ich für mich wenig zwischen Kollegen und Freunden oder Arbeit und Leidenschaft. Ich habe nur ein wirklich nahes Verhältnis mit Menschen, denen ich absolut vertraue und vor denen ich keine Geheimnisse haben muss, weil ich über alles mit ihnen reden kann. Das zählt für Freunde, genauso wie für Kollegen oder Mitunternehmer.
Zwischen Arbeit und Leidenschaft ziehe ich für mich auch nur sehr wenige Grenzen, weil ich an mich selbst den Anspruch habe, dass meine Leidenschaft und Arbeit einen hohen Grad an Kongruenz aufweisen. Andernfalls würde ich die Zeit meines Lebens verschwenden, in der ich arbeite und würde das Potential der Wertschöpfung meiner Leidenschaft missachten. Im best case sind Arbeit und Leidenschaft für mich das gleiche, genauso wie Freunde und Kollegen.


Kannst du dir vorstellen, mit Jibe Wear deinen Lebensunterhalt zu bestreiten?
Auch wenn nur rein hypothetisch?
Absolut. Ich sehe ja vor meinem inneren Auge das Potential, das Jibe Wear für den Sport und für die Menschen und unsere Community hat. Unter Lebensunterhalt verstehe ich natürlich nicht High-Life, sondern ohne Sorgen für das Ziel zu leben. Außerdem möchte ich eine geile Community schaffen, so dass sich zum Beispiel in kürzester Zeit viele Surfer zusammenfinden, die gemeinsam unseren Sport zelebrieren, geile Events feiern, neue Menschen willkommen heißen und zusammen einfach den Surfer-Lifestyle leben. Wenn bei der Erreichung dieses Ziels ein Mehrwert entsteht, der es mir erlaubt meinen Lebensunterhalt zu bestreiten, dann bin ich der letzte, der diesen Traum nicht leben würde.


Bist du zufrieden mit den Designs und Produkten? Was ist dein Lieblingskleidungsstück?
Ich bin zufrieden mit unseren Designs. Ich finde es mega geil, jeden Tag meine eigenen Klamotten zu tragen und kann mich einfach daran erfreuen, wofür unsere Produkte stehen und was sie mir bedeuten. Mein favourite ist, stimmungsabhängig, ganz simpel The Logo oder Wave.


Würdest du dir die Klamotten kaufen, wenn du kein Anteilhaber an Jibe Wear wärest?

Ich bin mir nicht sicher, weil ich bei Klamotten ziemlich konservativ bin bzw. ich eine Marke habe, von der mir die Sachen passen und ich deshalb aus Bequemlichkeit nur noch eine Größe und einen Schnitt dieser Marke kaufe. Wenn diese Hürde aber überwunden wäre bzw. ich mich näher mit Jibe Wear auseinandergesetzt hätte, sofort.


Wie viele Stunden schätzt du, hast du bereits an Jibe Wear gearbeitet?
Das ist sehr schwer zu sagen, weil ich ja nicht nur an Jibe Wear arbeite, wenn ich am Computer oder mit Mario und Anton zusammensitze. Aber seit der Gründung, also in den letzten 1 1/2 Jahren würde ich schätzen, mindestens 10h / Woche an Jibe Wear gearbeitet zu haben. Das entspräche also etwa 800h. Da es aber viel zu experimentieren und erforschen gab, können es auch weitaus mehr gewesen sein.
Es ist einfach schwer einzuschätzen. Für alle, die überlegen auch ein Modeunternehmen zu gründen, selbst zu dritt, mal mindestens gedanklich, ist es ein Full-Time-Job bzw. ein Projekt, das man jeden Tag mit sich nimmt und das teilweise sehr zehrend sein kann.
Aber - Jede Stunde hat sich jetzt schon gelohnt, weil es einfach eine so interessante Zeit war, die für mich enorm viel Wert ist.

 

Wer denkst du ist am wichtigsten, für dass Unternehmen?
Für das Unternehmen als Ganzes kann man das nicht auf eine Person reduzieren, da mit dem Ausscheiden eines jeden, so viel fehlen würde, dass wir in kürzester Zeit implodieren würden. Jeder bei uns ist für seinen eigenen Bereich der Wichtigste und erst durch die Kombination aller Bereiche konnte Jibe Wear entstehen.


Wenn du dir Jibe Wear in 3 Jahren vorstellst, wie sähe das aus?
In drei Jahren kennt jeder, der mit Windsurfen zu tun hat oder sich für Windsurfen interessiert unsere Marke, unsere Projekte und wofür wir stehen und wird uns als einen wichtigen Part in der Surf-Community wahrnehmen. Das ist meine Vorstellung von Jibe Wear in drei Jahren. Dazu gehören natürlich geile Events, fette Roadtrips mit allen, die Bock haben und viel Surfen.


Abschließend noch eine einfache Frage: wann und wo hattest du deine letzte Surfsession?

23.11.2019, 5°C, Pelzerhaken, Lübecker Bucht. Zu großes Segel, keine Handschuhe, aus dem Training. An sich eher eine Qual, trotzdem ziemlich geil!